Nicht nur Facelifting. Das Magazin „Neue Stadt“ zeigt nach dem Relaunch die Stärke von Print

Bild: fotolia/Tomnamon

Das Magazin soll Nutzen bringen, gerne gelesen werden und an Freunde weiter empfohlen werden. Das will die Redaktion von „Neue Stadt“ mit dem Relaunch des Magazins der Fokularbewegung erreichen. Die MDG hat diesen Prozess begleitet, Befragungen durchgeführt, Workshops gestaltet. „Radikal“ ist der Titel der ersten Ausgabe im neuen Kleid. „Radikal“ anders? Auf jeden Fall war die Umgestaltung mehr als „ein kleines Facelifting“, sagt Chefredakteur Clemens Behr im Interview mit der MDG.

Was macht die „Neue Stadt“ neu?

Clemens Behr: Das Magazin erscheint nur noch alle zwei Monate, hat dafür 48 statt 32 Seiten. Das bedeutet zwar geringere Aktualität, aber auch die Chance, Themen ausführlicher anzugehen. Jedes Heft hat jetzt ein Schwerpunktthema, das wir aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen journalistischen Stilformen beleuchten. Damit spielen wir die Stärken eines Printmediums stärker aus. Wir haben neue Rubriken eingeführt wie einen spielerisch-ironischen Entscheidungsbaum; ein „Zwiegespräch“, bei dem zwei Personen aus verschiedenen Blickwinkeln zu einer Frage Stellung beziehen, aber auch auf die Positionen des anderen eingehen; die Doppelseite „Waren Sie schon in ...?“ stellt vorwiegend mit Fotos Orte vor, die wir spirituell, kulturell oder sozial für beachtenswert halten. Als erstes fällt sicher das Layout ins Auge vom Augsburger Grafikbüro „elfgenpick“, mit dem wir schon lange zusammenarbeiten.

Was war der Anlass für die Neugestaltung?

Behr: Auslöser war letztlich der langsame, aber stetige Rückgang der Abonnentenzahlen und damit die Frage: Können wir den Trend verlangsamen, aufhalten oder gar gegensteuern? Wie können wir unsere Leser noch besser erreichen? Wie müssen wir das Magazin weiterentwickeln, damit es Nutzen bringt, gern gelesen wird, damit die Leser es vielleicht sogar Nachbarn oder Freunden weiterempfehlen?

Wer soll die „Neue Stadt“ lesen? Wen will das Magazin erreichen?

Behr: Unsere Artikel, ob sie nun politische, wirtschaftliche, soziale, familiäre oder religiöse Themen behandeln, sind geprägt von der Überzeugung, dass alle Menschen letztlich Geschwister sind. Leitmotiv dabei ist die Bitte von Jesus Christus an Gott, seinen Vater: „Lass alle eins sein.“ Das ist in der Fokolar-Bewegung, die die „Neue Stadt“ herausgibt, ein zentraler Punkt. Unser Magazin ist für alle, die diese „geschwisterliche“ Perspektive auf die Welt teilen und darin ermutigt werden wollen. Die lesen wollen, wie Leute zwischenmenschlich, zwischen Nationalitäten, Religionen oder Kirchen Brücken schlagen und Barrieren überwinden. Wir haben Abonnenten im gesamten deutschsprachigen Raum. Viele schätzen vor allem die Beispiele, wie Menschen das, was Christus gesagt hat, in ihrem Alltag in die Tat umsetzen.

Chefredakteur Clemens Behr (Bild: fotolia/blackzheep)

Wie haben Verlag und Redaktion den Relaunch gestaltet und was war dabei die Rolle der MDG?

Behr: Uns war schnell klar, dass Anstöße von außen guttun würden, wenn wir dem Magazin nicht nur ein kleines Facelifting verpassen, sondern es tatsächlich weiterbringen wollen. Die MDG hat den Entwicklungsprozess begleitet und vorangetrieben, fachliche Expertisen zum bisherigen Magazin eingeholt, Stakeholder befragt, Hintergrundinformationen geliefert, Workshops organisiert. Besonders geschätzt haben wir, dass die Mitarbeiter der MDG uns keine Ideen vorgesetzt, sondern den Rahmen geschaffen haben, der unsere Kreativität angespornt hat und in dem wir selbst Lösungen erarbeiten konnten. Ohne diesen Rahmen hätten wir uns nicht so weit in Neuland vorgewagt und wären nicht zu dem Ergebnis gekommen, auf das – nach den ersten Reaktionen – viele unserer Leserinnen und Leser jetzt stolz sind.

„Radikal“ ist der Titel der ersten neu gestalteten Ausgabe. Wie „radikal“ war der Schnitt zwischen alt und neu? Was waren die besonderen Herausforderungen beim Relaunch?

Behr: Die Doppeldeutigkeit war gewollt. Unser Schwerpunktthema umfasste die Bandbreite von der faszinierenden Radikalität einer Mutter Teresa bis zu den Gefahren der heutigen Radikalismen. Und uns war bewusst, dass viele Leser die Umstellung als radikalen Eingriff empfinden würden. Auch für die Redaktion waren Entwicklung und Umsetzung des neuen Konzepts enorme Herausforderungen, weil sie parallel zur üblichen Arbeit geschehen mussten. Weitere liegen noch vor uns: Wir wollen mehr Leser als Mitarbeiter gewinnen, die digitalen Medien besser einbinden, den Relaunch stärker für das Marketing nutzen. Da ist noch vieles zu stemmen.

Wie haben die Leser reagiert? Welche weiteren Rückmeldungen gibt es?

Wir haben viele Mails erhalten. Leser sagen uns nach dem ersten Durchblättern, dass sie das neue Heft überraschend mutig finden und angetan sind. Einige, die sich stark mit der Zeitschrift identifizieren, sind begeistert über die Weiterentwicklung. Schwer tun sich manche mit dem Titelbild, das bei der ersten neuen Ausgabe in schwarz-weiß gehalten ist. Nachbessern müssen wir in jedem Fall bei der Schriftgröße: Einige Stellen sind nicht so gut zu lesen.

Es gibt eine Online-Ausgabe und einen Facebook-Auftritt. Das gedruckte Magazin ist jedoch nicht 1:1 im Web zu finden.

Behr: Die digitalen und sozialen Medien sind ein Bereich, den wir noch ausbauen wollen. Bisher haben wir einen Online-Auftritt, der eher wie ein Blog daherkommt und unsere Texte dokumentiert. Mit Twitter und Facebook haben wir den Fuß in der Tür, um den Teil unserer Leserschaft zu bedienen, der dort zu Hause ist: mit Hinweisen auf unsere Artikel oder Links zu Nachrichten oder Seiten, die zur Ausrichtung unseres Magazins passen und das Printprodukt ergänzen.

Kontakt

Sie haben Fragen zum Thema Relaunch? Georg Frericks berät und unterstützt Sie gerne.

Georg Frericks
MDG Medien-Dienstleistungs GmbH
Tel.: 089/54 58 89-15
frericks(at)mdg-online.de