Spiritualität erlebbar machen. Zur Zukunft kirchlicher Gästehäuser

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Herzlichkeit, perfekter Service, gutes Essen – all das wird bei einem kirchlichen Gästehaus vorausgesetzt. Doch diese Faktoren sorgen nicht für Begeisterung. Das schafft erst der „Extra-Service“. Menschen wollen Bewegendes erleben.

Doch wie lassen sich solche Erlebnisse schaffen? Und was erwarten Menschen, die sich bewusst für ein kirchliches Haus entschieden haben? Heute und vor allem künftig? Um diese und ähnliche Fragen ging es bei der Jahrestagung der MDG-Erfahrungsaustauschgruppe „Kirchliche und Klostergästehäuser“.

Zwei wichtige Ergebnisse: Kirchliche Gästehäuser dürfen nicht „fad“ sein, sie müssen leidenschaftliche Spiritualität erlebbar machen. Und: Die Menschen müssen mit ihren Sehnsüchten und ihrer Sinnsuche wahrgenommen werden. Neue Angebote sollen möglichst mit ihnen gemeinsam erarbeitet werden.

Der Tagungsort passte zum Thema: 16 Leiterinnen und Leiter kirchlicher Gästehäuser hatten sich in das von Claretinerpatres wiederbelebte Kloster Marienstern in Mühlberg/Elbe begeben. Ihre Fragestellung: Wie treffen kirchliche Gästehäuser künftig den Nerv der Zeit und wie gelingt ihnen eine gute Auslastung. Zwei Fachleute standen ihnen bei ihren Erörterungen zur Seite: Erik Händeler, Zukunftsforscher, Journalist und Buchautor, und Dr. Georg Plank, Theologe und Gründer der Initiative „Pastoralinnovation“. Am Ende standen keine fertigen Ergebnisse, aber eine Reihe von weiterführenden Überlegungen:

Wissen, wer man für die Gäste sein will

  • Kirchliche Gästehäuser sollten gleichzeitig Rückzugsort und aktive Begegnungsstätte sein. Dazu bedarf es einer bewussten Planung und einer gezielten Umsetzung.

  • Wer in ein kirchliches Haus kommt, hat sich dafür unter vielen alternativen Angeboten entschieden. Die Träger sollten wissen, warum die Menschen sie ausgewählt haben. Daraus lassen sich Schlüsse für die weitere Arbeit ziehen.

  • Kirche ist Dialog, aber auch Erleben. Gemeinsames Handeln verbindet. Jedes Gästehaus sollte seine Angebote auf ein aktives Miteinander überprüfen.

Menschen inspirieren und sich inspirieren lassen

  • Menschen, die in Klöster und Gästehäuser kommen, müssen wahrgenommen werden. Ihre Erfahrungen und Wünsche können Inspiration für das Angebot sein.

  • Viele Gäste sind Suchende. Mitarbeiter und Seelsorger können sie an ihrer eigenen Gottesbeziehung teilhaben lassen.

  • Kopieren geht nicht, aber: Man kann sich von erfolgreichen Angeboten anderer inspirieren lassen.

Im Team arbeiten

  • Ohne gute Mitarbeiter geht nichts. Sie zu schätzen und ihre Fähigkeiten und Talente zu fördern, ist Teil guter Leitungsarbeit.

  • Im Austausch mit den Mitarbeitern entwickeln sich neue Ideen. Ziele müssen formuliert und umgesetzt werden.

  • Offenheit ist gefragt: Neue Zielgruppen sind scheu wie Rehe, bei der ersten Begegnung muss alles stimmen: kein schräger Blick auf das Nasenpiercing, keine Unachtsamkeit oder Gleichgültigkeit.
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Die Zukunft im Blick

  • Die Zukunft sicher voraussagen kann niemand, doch es gibt Trends und Prognosen, wie die kommenden Jahrzehnte aussehen werden: Zukunftsforscher gehen davon aus, dass seelische Gesundheit, gutes Sozialverhalten und eine optimale Streitkultur an Bedeutung gewinnen – durchaus Themen für kirchliche Gästehäuser.

  • Die christliche Ethik bietet für die Herausforderungen der Gesellschaft eine hervorragende Grundlage. Die Gesellschaft von morgen braucht wertebasierte Spielregeln. Kirche und Evangelium liefern diese Werte.

  • Die Arbeit der Zukunft wird sich drastisch verändern. Die Produktion wird von Robotern übernommen, das Sammeln und Bearbeiten von Daten von Computern. Was bleibt ist das Planen, Organisieren und Beraten – die Problemlösung. Ein Arbeitsfeld für kirchliche Gästehäuser.

Wenn auch Sie zukünftig an einer der Erfa-Gruppen teilnehmen wollen, melden Sie sich gern bei uns! Außerdem helfen wir von der MDG Ihnen gern dabei, das zukünftige Angebot Ihres Gästehauses zu gestalten. Anhand der genannten Aspekte, aber auch anhand Ihrer ganz persönlichen Schwerpunkte. Wir unterstützen Sie von der Profilerstellung über die Auswahl geeigneter Kommunikations- und Werbemedien bis zur Planung aller organisatorischen Aufgaben. Heute und in Zukunft.

Kontakt

Bernhard Meiners
MDG Medien-Dienstleistung GmbH
Tel.: 089/54 58 89 17
meiners(at)mdg-online.de