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Foto: via TikTok & Instagram

TikTok vs. Instagram Reel - ins kalte Wasser springen (und dabei filmen)?

Mit dem Feature der Instagram-Stories gelang Mark Zuckerberg 2016 ein Coup. Indem er die Konkurrenz-App Snapchat einfach kopierte und ihre Funktion in Instagram integrierte, verlor Snapchat unzählige Nutzer.
Ein ähnlicher Angriff namens Instagram Reels, um dem aufstrebenden Konkurrenzportal TikTok den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist seit Ende Juni auch in Deutschland verfügbar. Das Ringen um die User hat begonnen. Wollen Sie einmal einen Blick auf diese beiden Netzwerke riskieren? Hier folgt der direkte Vergleich.

Was sind die Besonderheiten?
Bei beiden Anbietern handelt es sich um MultiClip-Videos: Kurzvideos, die auch aus verschiedenen Sequenzen, zunächst einzeln gefilmt, zusammengesetzt werden können. Mit verschiedenen Effekten, hinterlegter Musik und Kreativ-Tools wie Zeitraffer, Countdown oder Slowmotion lassen sie sich individuell bearbeiten und verändern. Das Endprodukt ist ein 15-sekündiges Video, das mit Freunden oder öffentlich geteilt werden kann.
Während TikTok eine eigenständige App ist, ist Reels als neues Feature in die Instagram-App eingebunden. Dort kann es entweder als Vorschau in einer Instastory, im normalen Feed oder unter der eigenen Unterkategorie für Reels gepostet werden (ähnlich wie die Anwendung IGTV). Sowohl Instagram als auch TikTok betten die Videos auf den „Entdecken“-Seiten ein, dem Ort, wo den Usern potentiell interessante, neue Videos vorgeschlagen werden, die zum eigenen Nutzerverhalten passen.

Reels vs. TikTok: Schamlose Kopie oder echter Mehrwert?
Reels bietet seinen Nutzern eine fast identische Grundausstattung wie TikTok, wenn auch mit etwas reduzierteren Möglichkeiten zur Bearbeitung. Ob dem Mutterkonzern Facebook damit ein ähnlicher Erfolg wie bei den Insta-Stories gelingen wird, bleibt abzuwarten. Damals siegte die Bequemlichkeit der User, die Funktion von Snapchat bei Instagram integriert und damit verschmolzen in nur einer App zu haben. Andererseits ist TikTok bisher von seiner Altersstruktur noch deutlich jünger. Vor allem die Generation Z nutzt die chinesische App und hat sich diese mit eigener Bildsprache, Challenges und Trends zu eigen gemacht.
TikTok ist mit inzwischen mehr als zwei Milliarden Downloads in kürzester Zeit zu einem der populärsten Netzwerke aufgestiegen. Nutzer können enorme Reichweiten erzielen, Videoklicks in zweistelliger Millionenhöhe sind keine Seltenheit. Ein großer Unterschied ist auch, dass TikTok seinen Usern Videos in Abhängigkeit von deren Erfolg und ihrem Nutzerverhalten vorschlägt, ohne dass sie jemandem folgen müssen. Anderen Usern zu folgen ist zwar möglich, wirklich Neues entdeckt man aber in der „Entdecken“-Rubrik.
Instagram lebt von Followerzahlen, welche entscheidend für Marketing und Monetarisierung sind. Bei TikTok lässt sich schwieriger ein großes Following aufbauen, für jedes gepostete Video müssen Reichweite und Klicks neu „verdient“ werden. Ein ganz anderer Ansatz also und Abkehr vom Kult um das Instagram-Statussymbol Followerzahl und vielleicht eine generelle Zukunftsprognose für Social Media: Wer kreative und unterhaltsame Videos mit relevantem Content bietet, wird mit Aufmerksamkeit belohnt – von Tag eins an und ohne eine Community aufgebaut haben zu müssen.
Erste Reels, die auf der Explore-Seite prominent gefeatured wurden, konnten bereits explodierende Klickzahlen verbuchen. Ein Extra-Köder von Instagram, um User in der eigenen App zu halten? Möglich.  

Machen oder sein lassen?
TikTok ist der bis dato gefährlichste Konkurrent für das Zuckerberg-Imperium. Für TikTok spricht, dass die gesamte Nutzeroberfläche auf Kurzvideos zugeschnitten ist und bereits mit dem Öffnen der App relevanten Content zeigt. Schon jetzt hat TikTok eigene namhafte Influencer hervorgebracht, während gleichzeitig einflussreiche Instagrammer versuchen, ihre Followerschaft durch Cross-Posts auch für ihre neu kreierten TikTok-Accounts zu begeistern. Dass Instagram diese Versuche abstraft, ist klar.

Die junge, mit Smarthones und Social Media groß gewordene Generation Z agiert authentisch und selbstverständlich vor Handy-Kameras und hat weniger Scheu davor sich selbst zu filmen. Schnell konsumierbare, unterhaltsame Videos findet sie auf beiden Portalen, mit TikTok ist sie, trotz zunehmender Userzahlen anderer Altersstufen, noch unter sich - auch weil TikTok ausschließlich mobil und nicht auf stationären Rechnern verfügbar ist. Teenager und junge Erwachsene sind interaktiver, liken und kommentieren mehr – Grundlage für erfolgreiche TikTok-Videos.
Noch steht der Spaßfaktor im Vordergrund, doch Unternehmen kommen zunehmend mit Marketing-Ideen, was immer zur einer „Professionalisierung“ führt. Reels hält mit dem „Alles unter einem Dach“-Bonus dagegen, ein Kriterium, gegen das bereits Snapchat nicht ankam, da Instagram die Funktion der Stories 2016 stark pushte und Early Adopter mit hohen Viewzahlen belohnte. Reels bietet die kreativen, neuartigen Inhalte eingebettet in die Sicherheit von Instagram, ohne die Notwenidgkeit einer gänzlich neuen App.
TikTok und Instagram Reels sind spannende, neue Tools für noch mehr Entertainment. Im Vergleich zur bisherigen Video- und Storyfunktion von Instagram bieten beide vielfältigere Erweiterungsmöglichkeiten für kreative Schnitte von einzelnen Clips, die innerhalb der App und ohne externe Bearbeitung erstellt werden können. Wer bisher vor TikTok und seiner sehr jungen Nutzergruppe zurückgescheut ist, für den könnte Reels eine Chance sein. Neue Funktionen lassen sich auf bekanntem Terrain einfacher ausprobieren. Noch keine große Followerschaft auf Instagram? Dann gelingt der Einstieg mit einem ungewöhnlichen Video auf TikTok eventuell leichter.

Jeder Betrieb kann die Portale erfolgreich für sich nutzen (lernen) - auch und gerade die Kirche.
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