„der pilger“ bringt Erkenntnis: „Traut Euch“

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Kirchliche Publizistik als Geschäftsmodell? Total am Ende. Mit dieser phlegmatischen Resignation mancher Verlegerkollegen, auch Herausgeber und Redakteure, kann Marco Fraleoni wenig anfangen. Der Geschäftsführer des Peregrinus-Verlags und sein Team in Speyer machen sich lieber auf den Weg, den Gegenbeweis anzutreten. Seit einem Jahr ist „der pilger“ nicht mehr nur die Bistumszeitung der Diözese Speyer, ein regionales Magazin, sondern – in anderer Aufmachung und mit eigenem Blattkonzept – als sogenanntes Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus auch bundesweit am Kiosk zu haben.

INSPIRATION: Nach jetzt vier Ausgaben – funktioniert Ihr Produkt?

Fraleoni: Absolut. Von der ersten bis zur vierten Ausgabe verzeichnen wir einen positiven Trend, die jüngste Nummer ging rund 13.500 mal über den Tisch. Wir konnten bis heute rund 3.500 neue Abonnenten gewinnen. Unsere Kirchenzeitungsbezieher eingerechnet, geht das Magazin also in rund 30.000 Haushalte, davon rund 17.500 mal im Abonnement. Wirtschaftlich stehen wir nach einem Jahr besser da als geplant.

INSPIRATION: Sie arbeiten schon kostentragend?

Fraleoni: Nein, aber wir sind auf dem Weg dorthin. Zumal wir noch Stellschrauben haben, die Entwicklung zu forcieren.

INSPIRATION: Als da wären?

Fraleoni: Zu oft landet „der pilger“ am Kiosk noch im Esoterikregal, bei den Outdoor-Publikationen oder in der Reiseecke. Wir möchten aber zu den Mindstyle-Magazinen. Ein Cover-Split über die nächsten Ausgaben soll uns Hinweise geben, über welches Titelseitenkonzept das verlässlich gelingt. Wirtschaftlich auch bedeutsam: Die Anzeigenkunden kriegen das Magazin langsam auf ihren Radar.

INSPIRATION: Wenn der Markt das Produkt also annimmt – wie waren denn die Reaktionen der Kollegen?

Fraleoni: Durchweg positiv. Sowohl die säkularen Verlage als auch die konfessionellen, katholische wie evangelische, verfolgen unsere Initiative nicht nur interessiert, sondern stützen sie auch. In ca. 50 Marketing-Tausch-Kooperationen ist „der pilger“ aktuell platziert; eine süddeutsche Regionalzeitung listet uns jetzt etwa als Abo-Prämie.

INSPIRATION: „der pilger“ ist also auch ein Hoffnungszeichen für die gebeutelte konfessionelle Publizistik?

Fraleoni: Ja, ich glaube schon, dass „der pilger“ Mut machen kann, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das wäre nach den positiven Anfangserfahrungen auch meine ganz persönliche Botschaft: Traut Euch!

Kontakt

Sie trauen sich? Oder wollen zumindest darüber nachdenken oder mehr wissen? Sprechen Sie uns an.

Birgit Pottler-Calabria
MDG Medien-Dienstleistung GmbH
Tel.: 089/54 58 89-90
pottler-calabria(at)mdg-online.de